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Der Wunsch, Ideen und Ereignisse festzuhalten, hat den Menschen schon immer bewegt. Die Art und Weise aber, wie dies geschah, begann sich erst vor ca. 5500 Jahren zu wandeln. Bis dahin malte der Mensch seine Eindrücke in Bildern auf Höhlenwände. Diese Bilder entwickelten sich dann zu Symbolen, mit denen ein Wunsch oder Erlebnis verdeutlicht wurde. So wurde z.B. nach mehreren Heuschreckenplagen das Bild einer Heuschrecke zum Symbol für Vernichtung und noch später bedeutete es einfach "Nein". Damit war die Bilderschrift geboren. Diese Art des Schreibens entstand ca. 3500 v. Chr. in der sumerischen Stadt Ur -heute Irak (1).
Im Laufe der Zeit wurden dann die Bildzeichen zu Symbolen vereinfacht, mit denen Silben und Laute ausgedrückt wurden. Um 2900 v. Chr. entwickelten die Sumerer die Keilschrift, die auch von anderen Völkern übernommen wurde. Bei der ursprünglichen Bilderschrift stellte jedes Zeichen einen Begriff dar, die Keilschrift hingegen war bereits eine Silbenschrift. Sie fand im 3.-2. Jahrtausend v.Chr. weite Verbreitung im Nahen Osten und wurde ca. 1200 Jahre verwandt. Das wichtigste Schreibmaterial jener Zeit war die Tontafel. Dabei wurden die Zeichen mit einem keilförmig zugespitzten Stäbchen in den weichen Ton gedrückt (5). Die Tontafeln wurden durch Trocknen oder Brennen gehärtet.
Um 1600 v. Chr. entwickelte sich dann in Phönizien das Alphabet (2). Die Bezeichnung kommt von den ersten beiden griechischen Buchstaben, alpha und beta. Es bestand aus 22 Buchstaben, aber nur, wie das hebräische Alphabet, aus Konsonanten. Da die Phönizier intensiven Handel trieben fand das Alphabet bald Verbreitung im östlichen Mittelmeerraum und gelangte bis nach Griechenland. Dort wurde es nach einigen Änderungen (man schrieb nun von links nach rechts) und Zusätzen (vor allem für Selbstlaute) um 1100 v. Chr. heimisch und bildete auch die Grundlage für das spätere lateinische Alphabet, das wir noch heute benutzen.
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Der berühmte Stein ist 1799 von napoleonischen Soldaten im Nildelta
entdeckt worden. Der Inhalt der Inschrift ist ein ziemlich alltägliches
Dekret (Erlaß), das die Priester von Memphis 196 v. Chr. erließen.
Seine Bedeutung erhält der Stein dadurch, dass der Text in zwei Sprachen
(auf Ägyptisch und Griechisch)aber drei verschiedenen Schriftformen
wiedergegeben ist: In ägyptischen Hieroglyphen, in demotischer
Schrift [1] und in griechischer
Übersetzung (griech. Großbuchstaben). Zum Zeitpunkt der Entdeckung
konnte niemand die beiden ägyptischen Inschriften entziffern, aber
dank der griechischen Übersetzung gelang es dem Franzosen Champollion,
die Hieroglyphen zu entschlüsseln, denn er stellte fest: Im griechischen
Text kommt mehrmals der Königsname
PTOLEMAIOS vor (Tafel 7: In der Abbildung des Steines ist der Name Ptolemaios jeweils rot gekennzeichnet). Die mit einem ovalen Kreis versehenen Hieroglyphen (sog. Kartusche) enthalten jeweils dieselben Zeichen. Diese besondere Verzierung kann nur dem Königsnamen gelten. Durch Gleichsetzung von Ptolemaios mit den Zeichen der Kartusche war der erste Schritt zur Entzifferung getan. Die ausgestellte Kopie des Steins von Rosette ist eine verkleinerte Wiedergabe des Originals, das heute im Britischen Museum liegt (Originalgrösse zeigt das Poster). 1 Demotisch = extrem ausgebildete kursive Schrift, die sich aus der hieratischen Schrift, der Schreibschrift der Hieroglyphen entwickelt hat. Sie trat seit etwa 640 v. Chr. bei allen Texten - ausser solchen religiösen Inhaltes - an die Stelle der hieratischen Schrift. |
| Durch archäologische Funde wissen wir, dass es bereits zur Zeit
der biblischen Patriarchen eine rege Schreibtätigkeit gegeben hat.
So hat man in Syrien 1975 ein Archiv im königlichen Palast von Ebla
mit 18.000 Keilschrifttafeln von ca. 2300 v.Chr. entdeckt. Die ausgestellte hellgelbe Kalksteintafel enthält eine Weihinschrift des Gudea, dem Fürsten von Lagasch, und stammt aus dem Jahre 2050 v. Chr. |
| Mose war auf Grund seiner Ausbildung und Erziehung als ägyptischer Prinz mehr als jeder andere dazu qualifiziert, die ersten Texte der Bibel aufzuschreiben. Wahrscheinlich haben ihm alte Stammestexte der Patriarchen (Noah, Abraham, Isaak etc.) in Form von Keilschriftentafeln vorgelegen (3/4). |
Das Notizbuch der Antike bestand aus Holztäfelchen - z. T. wie dies ausgestellte - mit einer dünnen Wachsschicht versehen. Mit dem Griffel (stilus) aus Bronze oder Eisen lassen sich die Schriftzeichen in das Wachs einritzen. Das flache Ende des Bronzegriffels dient zum Glattstreichen des alten Textes, um das Täfelchen wieder neu zu beschriften. Die Verschluß-Schnur wurde oft mit einer Siegelkapsel aus Bronze verschlossen. Im Neuen Testament wird eine Schreibtafel direkt erwähnt. Nach Lukas 1, 63 forderte der zeitweise stumme Priester Zacharias bei der Geburt seines Sohnes eine kleine Tafel (Pinax) und schrieb darauf: "Sein Name ist Johannes" (=Johannes der Täufer). Man vermutet, dass auch die Jünger Jesu solche Notiztafeln benutzt haben könnten.
| Fotos und Zeichnungen:
(c) Qumran- & Bibelausstellung Sylt - dürfen nicht weiterverwendet
werden Texte: (c) Alexander Schick - Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung. Jeder Mißbrauch wird strafrechtlich verfolgt. |
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