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1947 entdeckte ein Beduine, der seiner entlaufenen Ziege nacheilte, eine Höhle bei Qumran am Nord-West-Ufer des Toten Meeres (Tafel 1). Er fand mehrere 65 cm hohe Tonkrüge, in denen insgesamt sieben uralte Schriftrollen versteckt lagen (Kopien der Tonkrüge in Originalgröße ausgestellt).
| Wenn man die einzelnen Buchstaben genau vergleicht, stellt man fest, dass es über 6000 Abweichungen gibt. Sie betreffen meist den Gebrauch von sog. Vokalbuchstaben, bzw. die Rechtschreibung. Man kann sich dies im Deutschen an dem Wort "Foto" verdeutlichen. Man kann es als "Photo" aber auch als "Foto" schreiben. Solche Unterschiede finden sich in grosser Zahl in der Jesaja-Rolle. Diese orthographischen Abweichungen widerlegen alle Theorien über geheime, versteckte Botschaften in der Bibel. Durch die Qumrantexte lässt sich wissenschaftlich zeigen: Es gibt keinen Bibelcode! Die orthographischen Unterschiede bedingen eine unterschiedliche Buchstabenanzahl des Alten Testaments je nach Handschrift. Bei einem Code muss man aber einen statischen, unveränderbaren Text haben, sonst bricht der vermeintliche Code zusammen. Daher sind alle Codetheorien unhaltbar. Dies haben jetzt der deutsche Qumranforscher Dr. Uwe Gleßmer und Alexander Schick, der Leiter dieser Ausstellung, in ihrem Buch "Auf der Suche nach der Urbibel" in allgemeinverständlicher Weise nachgewiesen. |
Unter den 900 Rollen(resten) hat man Abschriften aller alttestamentlichen Bibelbücher gefunden (bis auf Esther). Diese Bibeltexte sind über 1000 Jahre älter, als die mittelalterlichen Handschriften! Die ältesten Qumranschriften stammen vom 2. Buch Mose und dem Propheten Samuel - ca. 250 v. Chr.!
Die Qumranfunde haben daher eine enorm große Bedeutung für die Erforschung des Alten Testaments. Dazu Prof. H. Stegemann: "Bislang wurden einzelne Werke der hebräischen Bibel - nämlich einige Prophetenbücher und insbesondere der Psalter - gelegentlich noch als erst im 2. oder gar 1. Jahrhundert vor Chr. fertiggestellt betrachtet. Jetzt gibt es aber erstmals Handschriften mit dem gleichen Text wie in der Biblia Hebraica, die eindeutig älter sind als solch späte Daten. Sie erfordern ein Umdenken in der alttestamentlichen Einleitungswissenschaft, die sich mit dem Entstehungsprozeß der biblischen Bücher befaßt."
Die in dem Buch "Verschlußsache Jesus" aufgestellte These einer Vatikanverschwörung, die die Herausgabe der Rollen verhindere, ist nachweislich eine bewusste Irreführung des Lesers! Das Buch gehört in den Bereich der literaischen Schundmärchen. Es sind alle Fragmente auf Mikrofilm oder CD-Rom (biblische Qumrantexte und nichtbiblische Qumrantexte) jedem zugänglich. Sogar ins Deutsche sind die Texte bereits komplett übersetzt worden. Insgesamt gibt es bis heute nur 11 mehr oder minder komplette Schriftrollen, die schon alle seit Jahrzehnten veröffentlicht sind. Der Rest besteht nur aus z.T. sehr kleinen Fragmenten. Geheiminformationen über Jesus oder das Urchristentum enthalten diese Texte nun wirklich nicht. Die hebräischen Schriftrollen stammen aus dem 3. - 1. Jahrhundert vor Chr. und können daher gar keine Informationen über Jesus oder Paulus enthalten. Der Vatikan hat zu keinem Zeitpunkt etwas mit den Qumranrollen zu tun gehabt. Zuständig für deren Veröffentlichung ist seit 1967 alleine die Israelische Antikenverwaltung .
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Die Schriftrollen bildeten einst die Bibliothek einer sehr strengen jüdischen Religonsgruppe, der ESSENER. Der jüdische Historiker Flavius Josephus (37 - 100 n. Chr.) schildert die Essener neben den Sadduzäern und Pharisäern als dritte religiöse Gruppierung des antiken Judentums. Ihre Anfänge reichen bis in die Makkabäerzeit (2. Jahrhundert v. Chr.) zurück. Die Essener protestierten dagegen, dass unter den Makkabäern der König zugleich das Amt des Hohenpriesters inne hatte. Deshalb lehnten sie den Dienst im Tempel ab. An Stelle der 'abtrünnigen' Jerusalemer Kultgemeinde wollten die Essener das 'wahre' Israel darstellen. Die Essener lebten in Armut, teilten den Ertrag ihrer Arbeit, legten allergrößten Wert auf die kultische Reinheit und forschten in den Heiligen Schriften im Hinblick auf das 'Ende der Tage'. In Auslegung und Einhaltung des Gesetzes waren sie noch rigoroser als die gesetzesstrengen Pharisäer.
Link "Ein Tag in Qumran - wie das Leben dort war":
http://www.rrz.uni-hamburg.de/fb01AT/ug/Q_Broshi_NOTHOS.html
Fast 2000 Jahre haben die Rollen in der heißen Gegend am Toten Meer überdauert. Um diese einzigartigen Funde zu erhalten, werden z. Zt. die Qumranrollen bzw. deren fragmentarischen Reste besonders aufwendig präpariert. In enger Zusammenarbeit mit der Israelischen Altertumsverwaltung zeigt Ihnen die Ausstellung die neuesten Fotos von den schwierigen Konservierungsarbeiten in den Labors des Rockefelller-Museums.
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Die Schriftrollen vom Toten Meer sind in ihrer Bedeutung einzigartig. Einmal liegen uns durch die Qumranrollen die ältesten Bibelhandschriften der Welt vor. Zum anderen haben wir durch die Qumrantexte erstmalig Dokumente aus der zwischentestamentlichen Zeit vorliegen, die neue Erkenntnisse über das Judentum zur Zeit Jesu bringen. Von ihnen her fällt auf etliche Stellen des Neuen Testaments ein neues Licht, das zeigt, dass die Evangelien historisch korrekt überliefert sind (siehe das Buch "Faszination Qumran" von A. Schick). Jesus Christus hat nie in Qumran gelebt und er war auch kein Essener. Nur ein Punkt sei hier zur Illustration angeführt. Den Essenern war es verboten, am Sabbat einen Ochsen aus einer Grube zu holen, in die er hineingefallen war. Die Einhaltung des Feiertagsgebots stand bei ihnen an oberster Stelle. Noch nicht einmal die Notdurft durfte am Sabbat verrichtet werden. Vergleichen Sie dazu Jesu Wort in Markus 2,27, "dass der Sabbat um des Menschen willen geschaffen sei und nicht der Mensch um des Sabbats willen"! Jesu Botschaft war neu und einzigartig - sie stand im völligen Gegensatz zum Denken der Essener. Dort in Qumran die Welt des Gesetzes und der Gesetzlichkeit, in ihrem Bemühen aus eigener Kraft Gott wohlgefällig zu werden, hier in Jesus Christus die Welt der frohen Botschaft mit seiner Verkündigung der Liebe des heiligen Gottes, für die er mit seinem Leben und Sterben selber einsteht. |
Video: Qumran und die Glaubwürdigkeit der Bibel
| Fotos und Zeichnungen:
(c) Qumran- & Bibelausstellung Sylt - dürfen nicht weiterverwendet
werden Texte: (c) Alexander Schick - Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung. Jeder Mißbrauch wird strafrechtlich verfolgt. |
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