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| Die Entdeckungen der berühmten Schriftrollen vom Toten Meer hat uns Abschriften aller alttestamentlichen Bücher gebracht, die bis um über 1000 Jahre älter sind, als die hebräischen Handschriften des Mittelalters. Unter den Qumranfunden ragt besonders die Entdeckung der großen Jesaja-Rolle heraus. Diese sensationellen Funde zeigen uns, wie treu die hebräische Bibel von den jüdischen Abschreibern überliefert worden ist. Der einzelne Buchstabe galt in der Antike noch nicht als unantastbar, so dass die Qumranschriften viele orthographische (rechtschreibbedingte) Varianten aufweisen. Gerade deshalb ist es umso mehr verwunderlich, dass der Textinhalt - die Botschaft – so unverändert erhalten geblieben ist! Alle Theorien über geheime Bibelcodes scheitern an dieser Tatsache der Textüberlieferung. Zählt man die Buchstaben einzelner Handschriften nach, so ergibt sich wegen der uneinheitlichen Rechtschreibweise ein unterschiedlicher Buchstabenbestand. Doch um einen propagierten Code in den Texten überhaupt finden zu können, müsste jeder Bibeltext genau dieselbe Buchstabenmenge- und vor allem auch Anordnung aufweisen. Dies ist eine Grundbedingung für eine Codesuche. Bibelcode-Anhänger behaupten, dass alle hebräischen Bibeltexte identisch seien in der Buchstabenanzahl, was aber nachweislich nicht stimmt (siehe Schick/Gleßmer „Auf der Suche nach der Urbibel“). Allein die Jesaja-Rolle hat an die 6000 (meist nur orthographische) Varianten. Die Qumranrolllen haben alle Theorien von verborgenen Bibelcodes als wissenschaftlich völlig unhaltbar entlarvt. Die Bibel ist kein Orakelbuch und gibt sich nicht für solche Bibelcodespielereien her! Gott hat verständlich in seinem Wort zu uns gesprochen und es gibt keine „neuen“ Offenbarungen per Codesuche am Computer. Die Qumrantexte haben gezeigt, dass der Textinhalt der Bibelschriftrollen derselbe ist, wie in den mittelalterlichen Bibelhandschriften – aber die Textgestalt (d.h. - die einzelnen Buchstaben) ist verschieden - wir erinnern uns an das deutsche Beispiel von Foto mit „F“ oder „Ph“ geschrieben. Seit dem frühen Mittelalter bis in die Gegenwart werden die Bibeltexte im Judentum unter strengsten Regeln (Talmud) genauestens abgeschrieben. Für den jüdischen Kopisten ist der hebräische Text seit ca. dem 2. Jhdt. n. Chr. absolut "heilig", d.h. unantastbar bis in den einzelnen Buchstaben hinein. Die Thora (Fünf Bücher Mose) nimmt dabei eine Sonderstellung ein, denn diese Schriftensammlung galt auch schon vor der Zeit Jesu als heilig und wurde ehrfurchtsvoll abgeschrieben. |
Vom griechischen Text des Neuen Testaments liegen heute insgesamt 5400 Handschriften vor. Dazu kommen noch über 9000 Übersetzungen (lateinisch, syrisch, koptisch etc.) und 36.000 Bibel-Zitate in den Schriften der Kirchenväter aus den ersten Jahrhunderten nach Christus. Von keinem Werk der Antike gibt es so viele Handschriften! Bis auf einen ganz geringen Zeitabstand reichen die neutestamentlichen Handschriften bis an die berichteten Ereignisse heran. Auch dies unterscheidet das Neue Testament von allen anderen Büchern der Antike! Bei den antiken griechischen Schriftstellern beträgt der Abstand zwischen Autor und erhaltener Handschrift in der Regel 1000 Jahre. Die älteste vollständige Handschrift des berühmten Homer stammt sogar erst aus dem 13. Jahrhundert n. Chr., ist also vom Autor über 2000 Jahre entfernt! Von dem ca. 50 v. Chr. geschriebenen bekannten Werk "Der Gallische Krieg" des römischen Feldhernn und Diktators Cäsar gibt es heute mehrere noch vorhandene Manuskripte, aber nur neun oder zehn sind gut, und das älteste wurde 900 Jahre nach Cäsars Lebzeiten geschrieben. Trotzdem würde keiner die Echtheit dieses Buches anzweifeln. Dazu der international anerkannte Neutestamentler Professor F.F. Bruce von der Universität Manchester: "Wir haben viel mehr Unterlagen für die neutestamentlichen Schriften als für die meisten Schriften klassischer Autoren, deren Echtheit anzuzweifeln niemandem einfallen würde. Wäre das Neue Testament eine Sammlung von weltlichen Schriften, so wäre seine Echtheit im allgemeinen über allen Zweifel hoch erhaben". Die enorme Fülle der Handschriftenfunde zum Neuen Testament reichen so weit zurück, dass unsere heutigen Bibelausgaben, die auf diesen uralten Manuskripten beruhen, denselben Textbestand haben wie die Bibel der frühen Christenheit. Die Problematik der Textvarianten Obwohl die Schreiber mit großer Sorgfalt gearbeitet haben, konnten kleine Veränderungen gegenüber dem Original auftreten, die zu unterschiedlichen Lesarten (Textvarianten) führten. Aber diese Textvarianten sind für die Textforschung geradezu Glücksfälle!! Machte ein Abschreiber z.B. in Alexandria einen Schreibfehler, so stand der Fehler doch nur in seinem Exemplar. Gewiß wurden von dieser Abschrift neue Abschriften erstellt, aber dadurch zirkulierte dieser Fehler nur in einer bestimmten Gruppe von Handschriften. An zahllosen Stellen wurden aber gleichzeitig neutestamentliche Handschriften abgeschrieben. Ihre Schreiber machten auch Schreibfehler, so vergassen sie mal ein Wort oder vertauschten Wörter - aber an anderen Stellen, mit der gleichen Auswirkung auf andere Handschriften. Niemals aber erreichte eine Textänderung zur gleichen Zeit all die vielen Abschreiber und alle Abschriften, bzw. alle Kirchenväter- und Übersetzungen. Der ursprüngliche Text blieb immer in etlichen Handschriften erhalten! Jeder Schreibfehler im Neuen Testament ist daher wie ein Erdbeben und hilft dem Textforscher, den Fehler zurückzuverfolgen, ihn zu lokalisieren und den ursprünglichen Text wieder herzustellen. |
96% aller heute bekannten rund 5400 griechischen
Handschriften des Neuen Testaments stehen den Wissenschaftlern in
Mikrofilm oder Foto im Institut für neutestamentliche Textforschung an
der UNI Münster zur Verfügung. Fangen Sie doch bitte an, sich mit dem Worte Gottes zu beschäftigen, denn das Buch der Bücher will geöffnet, gelesen und geglaubt werden. |
| Fotos und Zeichnungen: (c) Qumran- & Bibelausstellung Sylt - dürfen nicht weiterverwendet werden Texte: (c) Alexander Schick - Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung. Jeder Mißbrauch wird strafrechtlich verfolgt. |
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