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Bibliorum Codex Sinaiticus Petropolitanus 1862

Die Prachtausgabe für den russischen Zaren Alexander II.

 

Bibliorum Codex Sinaiticus Petropolitanus 1862

Das Faksimile für den russischen Zaren

 

 

1862 zur Tausendjahrfeier des Zarenhauses brachte Tischendorf dieses „Faksimile“ des CODEX SINAITICUS im Auftrag des russischen Herrschers heraus. Um die Handschrift perfekt wiedergeben zu können (fotografisch war dies damals noch nicht möglich), musste er dazu jeden einzelnen griechischen Buchstaben der Sinaibibel erst als Form schneiden und dann als Type gießen lassen. Selbst die Kommentare in kleinerer Schrift hat er 1:1 reproduziert. Jeder Abstand zwischen den einzelnen Buchstaben der Originalhandschrift wurde millimetergenau nachgemessen und exakt wiedergegeben. Dazu ließ Tischendorf 100.000 dünne Metallblättchen gießen. Das Faksimile ist ein absolutes „Hightech“-Erzeugnis des 19. Jahrhunderts. Für die Arbeiten brauchte Tischendorf nur 3 Jahre, wobei er dreimal von Leipzig nach St. Petersburg reiste – eine unglaubliche Meisterleitung!

 

Von der vierbändigen Ausgabe wurden nur 327 Exemplare hergestellt. 100 Exemplare erhielt Tischendorf statt eines Lohns zur buchhändlerischen Verwertung. Die anderen 227 Exemplare verschenkte der Zar an Fürsten- und Königshäuser sowie an die wichtigsten Bibliotheken Europas.

 

Nur wenige Exemplare haben die beiden Weltkriege überdauert. Das ausgestellte Faksimile ist das einzige in Europa, das sich im Besitz einer Privatsammlung befindet. Nach fast 30-jähriger Suche gelang 2016 der Ankauf dieses seltenen Zarenfaksimiles, das leider in einem sehr schlechten Zustand war.

 

Der Ankauf und die anschließende aufwendige Restauration wurde ermöglicht durch den Bibelliebhaber Herrn Josef Windhager von der Schweizer Firma Rollfix Systeme AG.

 

Hier sehen Sie einen Kurzfilm zu dem Exemplar im Bestand der Bibelsammlung der  Württembergische Landesbibliothek Stuttgart