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Psalter1509 lateinisch-niederdeutsch

Köln

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Psalter latijn und duytsch myt der Glosen

gedruckt von Hermann Bungart 1509 in Köln

 

 

Der von Hermann Bungart 1509 in Köln gedruckte lateinisch-niederdeutsche Psalter ist eine selbständige Übersetzungsarbeit ("Kölner Niederdeutsch") aus der Vulgata.

 

Den Zweck der Zweisprachigkeit hat ein zeitgenössischer Leser so erläutert: "In zwaierley zungen sprach, die latein diennt den gelerten und den die sew versteen und die deutsch zung ist für die klosterfrawen und ander andächtig menschen die do nicht latein versteen und man mag daraus vil guet lere nehmen."

 

Vor Martin Luthers erster Psalmenübersetzung 1524 ist der deutsche Psalter bereits 38 mal gedruckt worden! Er ist in jeder der 18 vorlutherischen Bibelausgaben enthalten aber er wurde auch 20 mal in Seperatdrucken veröffentlicht.

17 mal in oberdeutscher und 3 mal in niederdeutscher Sprache, wobei sich ungefähr acht verschiedene Übersetzungen nachweisen lassen.

 

Der ausgestellte lateinisch-nierderdeutsche Psalter von 1509 aus Köln gehört zu den großen bibliophilen Raritäten. Fehlende Seiten wurden von Hand in ähnlicher Schrift, wie das Druckbild nachgetragen.

 

Die Überschrift "Nocturn" (Nachtgebet / 21 Uhr = 1. Nachtwache: 1. Nocturn) auf der linken Seite zeigt, daß dieser Psalter für die Stundengebete gedacht war.

 

Zweisprachige Psalter waren wohl vor allem für das Stundengebet der Kleriker und Ordensleute bestimmt. Sie erfreuten sich gerade in Frauenklöstern großer Beliebtheit.

 

Titelblatt:

Psalter latijn un duytsch || myt der glosen vnd gantze verstant: || wilcher psalter is ey schatz || un eyn fundamet alre gue||der leren.als vns dat sent || Augustijn vnd vele ander || doctore in scrifte bewysen ||

 

In öffentlichen Bibliotheken sind nur 6 Exemplare nachweisbar

 

Sie können das digitalisierte Exemplar in der Staatsbibliothek Berlin durchblättern

VD16 B 3274