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Die Eck-Bibel von 1602

 

BIBEL ALT VNND NEW TESTAMENT

NACH DEM TEXT IN DER H. KIRCHEN GEBRAUCHT: ERSTLICH DURCH D. JOANN ECKEN / MIT FLEISS AUFF HOCHTEUTSCH VERDOLMETSCHT

 

Überaus seltene Ausgabe aus dem Verlag von Eder für Angermayer (Ingolstadt) aus dem Jahre 1602

 

1537 erschien die sog. "Eck-Bibel" von dem  Ingolstädter Theologen Johannes Eck, einem der größten Luthergegner. Diese Bibel entstand im Auftrag des bayerischen Herzogs Wilhelm IV. und trägt den Titel:

 

"Alt und new Testament, nach dem Text in der hailigen kirchen gebraucht, durch doctor Johan. Ecken, mit fleiß, an hohteutsch [sic!] verdolmetscht".

 

Als hochdeutsche Übersetzung kann man diese Bibel nun allerdings gerade nicht bezeichnen! Sie ist nicht im Lutherdeutsch,

 

sondern in einem sehr bairischen Oberdeutsch abgefasst, ähnlich der Maximilianischen Kanzleisprache. Damit grenzte sich Eck auch sprachlich  von der Bibelübersetzung Martin Luther's ab. Gerade deshalb blieb sie allerdings in ihrer Verbreitung stark beschränkt.

 

Die Eck-Bibel war in den katholischen Gebieten, vor allem im Kurfürstentum Bayern, im Erzbistum Salzburg und in Österreich, lange Zeit in Gebrauch.

 

1602 erschien eine 4. Auflage der Eck-Bibel in Ingolstadt. Es ist eine revidierte Fassung nach der neuen Sixtina-Vulgata und zugleich die erste Ausgabe dieser Bearbeitung durch den Franziskaner Tobias Hendschele (auch Hendschel, Henschel und Hentschel), der als Professor der Moraltheologie in Wien wirkte und von dem literarische Zeugnisse von 1589 bis 1617 nachweisbar sind; die Lebensdaten des Mannes sind nicht bekannt.

 

Die Ausgabe von 1602 gehört zu den seltensten Frühdrucken der katholischen Gegenbibeln. Im Oktober 2019 konnte die Bibelausstellung Sylt ein ausgezeichnet erhaltenes  Exemplar der überaus seltenen Bibel in der Schweiz erwerben.