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Fazit zur Ausstellung

Dies meinen Berthold Brecht, Immanuel Kant und March Chagall über die Bibel

 

 

Liebe Familie und Freunde von Helmut,

dies ist ein schwerer Tag – ein sehr schwerer Tag auch für uns – für mich. Ich darf sagen, dass Helmut zu meinen besten und engsten Freunden zählte. Mir werden die Gespräche mit ihm fehlen, das musizieren und all das, was wir geistig geteilt haben.

Als ich besonders gestern Abend an ihn dachte, fiel mir ein, wie wir uns Kennengelernt haben. Das Zusammentreffen mit ihm führte zu einer nicht so tollen Auseinandersetzung bei den Memories.

Wir wurden als junge Band zum 40. Geburtstag in die Offiziersmesse eingeladen. Und wir waren überrascht. Da stand ein riesiger Turm einer Verstärkeranlage, die wir nur aus Musikfilmen der 60’er Jahre kannten. Und wir trafen auf ein Geburtstagskind, das schon bald seine Gäste vernachlässigte, seine Gitarre rausholte und mit uns loslegte.

Wir waren begeistert, da spielte einer die alten Musikstücke der Spotnicks und Shadows auswendig mit uns mit einem tollen Sound. Wir hatten einen riesen Spass und das beste: Der Mann zahlte auch noch eine Gage an uns. Es hat sich in mir eingebrannt, wie er eine Mitarbeiterin bat, ihm das Geld für die Band zu geben.

Nach dem Konzert meckerten die Bläser, dass wir soviele Gitarrenstücke an dem Abend gespielt haben. Doch wir anderen waren begeistert – dieses Zusammentreffen hat Euer Leben liege Ingrid und unsere Leben total verändert.

31 Jahre durften wir zusammen Musik machen und ich glaube so einige Mal war Ingrid bestimmt über die 2. Familie von Helmut gar nicht so erfreut. Es waren ja Unmengen von Konzerten, die wir gemacht haben oft direkt nach Praxisschluss.

Mir kommt das vor als wäre das erst gestern gewesen. Doch das ist schon über 30 Jahre her – die Zeit ist so schnell verflogen!

Und das erinnert mich an Psalm 90, Vers 10. Dort heisst es:

Unser Leben währet 70 Jahre, und wenn es hoch kommt, so sind es 80 Jahre, und was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe und Arbeit gewesen; denn es fähret schnell dahin als flögen wir davon.

12. Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.

 

Wenn wir diesen Psalm hören, dann denkt man unweigerlich an Helmut und wir sagen uns: 72 Jahre das ist doch kein Alter. Wir bedauern, wie schnell das Leben eines geliebten Menschen vergangen ist.

Schon in der Bundeswehrzeit musste ich einen väterlichen Freund das letzte Geleit geben. In mir hat es innerlich getobt. Von der Predigt hat sich mir ein Satz ins Herz eingebrannt: „Klage Gott nicht an, für die Stunden, die ihr nicht mehr zusammen haben könnt, sondern danke ihm für jede Stunde, die ihr miteinander hattet.

Unser Leben ist endlich! Als Helmut im Krankenhaus lag hatten wir intensive Gespräche über den letzten Lebensabschnitt eines Menschen und dass wir in der Warteschlange des Todes immer weiter vorankommen. Wir haben gebetet am Telefon und wir sprachen darüber, dass Gott uns zur Besinnung ruft über unsere Vergänglichkeit nachzudenken, Gott fordert uns auf, klug zu werden. Aus der Sicht der Heiligen Schrift heißt das, sich wieder auf die eigene Vergänglichkeit und auf DEN zu besinnen, der unser kleines Leben in seinen ewigen Händen hält. 

Klugheit im Sinne Gottes muss gelernt werden. Im Stress und der Hektik unseres Lebens scheinen wir uns über unsere Vergänglichkeit keine Klarheit verschaffen zu können. Wann denken wir darüber nach?

Spätestens jetzt ist die Stunde darüber sich Gedanken zu machens. Warum ist das jetzt wichtig? Weil der Vers des Psalmisten für uns alle gilt. So ein Tag macht einem klar, wie schnell ein Leben zu Ende gehen kann.

Klug werden heißt, mit Gott im Reinen sterben zu können. Das hatte ich Helmut auch gesagt. Denn Christus, dem Weltenrichter, begegnen wir nach unserm Tod. Ob wir es glauben oder nicht. Es wird so sein. Wenn wir aber mit Gott im Reinen sind, durch Jesus Christus, Vergebung unserer Schuld und Versagens erfahren haben, dann können wir ihm entgegentreten. I

Ich hatte damals für Helmut am Telefon gebetet, dass er diesen Schritt innerlich geht. Nun ist er uns vorausgegangen und weiss, was nach dem Tod kommt. Möge der himmlische Vater ihm aber auch einem jedem einzelnen von uns gnädig sein, wenn dieser Moment kommt, dass wir von dieser Erde Abschied nehmen müssen.

Wenn man mit Gott durch Jesus ins Reine gekommen ist, dann sind die Verse aus Psalm 23 etwas Wunderbares. Karen fragte mich letzten Sonntag, ob ich diesen Psalm nicht sprechen könnte. Das will ich gerne tun. Hier wird von dem guten Hirten gesprochen, der Gott in Jesus Christus für uns sein möchte.

Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. 2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. 3 Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. 4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

Diesem guten Hirten dürfen wir all unser Leid und Trauer klagen und uns ihm ganz ausliefern und dann dürfen wir auch sagen:Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

Diesen Trost wünsche ich Euch als Familie genz besonders!