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Kürfürstenbibel oder Weimarer Bibelwerk

letzte Ausgabe von 1768

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Kurfürstenbibel der Druckerei Endter, Nürnberg

1768 - 14. und letzte Auflage

 

 

 

 

„Kurfürstenbibel“

 

Der 30jährige Krieg hatte nicht nur Deutschland verwüstet, sondern auch unzählige Handschriften aus den Klosterbibliotheken und Bibeln waren auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden. Die Bibel, das einst meist verbreitete Buch in Deutschland, wurde zur Mangelware. Da fasste noch im Krieg Herzog Ernst von Sachsen-Weimar (später benannt als Herzog Ernst der Fromme) den Plan, die Bibel in einer besonderen Ausgabe unter das Volk zu bringen. Es wusste, dass in den Schrecken dieses brutalen und grausamen Religionskrieges nur die Heilige Schrift tröstende Worte spenden kann.

 

  Der Herzog rief dreißig führende Theologen zusammen, die eine Revision der Luther-Übersetzung durchführten. Den Text der letzten Ausgabe von 1545 („Ausgabe letzter Hand“) änderten sie aber nicht, sondern sie vermerkten die Korrekturen in den sog. Glossen (Anmerkungen). Die Ausstattung und Kommentierung der Bibel übernahmen Professoren der Universität Jena. Als Herausgeber fungierten die Theologen Johannes Gerhard (1582-1637) und Salomon Glassius (1593-1656), später auch der Nürnberger Pfarrer Johann Michael Dilherr. Damit der einfache Christ die Worte der Bibel recht verstehen konnte, verfassten die Theologen Erklärungen, die den Wortsinn der Heiligen Schrift erklären sollten. Obwohl diese Kommentare sehr kurz und prägnant gehalten waren, wurde die Bibel eine imposante Ausgabe, die über 12 kg wiegt.

 

   Den Namen „Kurfürstenbibel“ bekam diese Ausgabe, da großformatige Kupferstiche die sächsischen Kurfürsten und Herzöge der Ernestischen Linie von Friedrich d. Weisen bis Bernhard d. Großen zeigen. So wurde diese Bibelausgabe auch zu einer Ahnengalerie der Ernestinischen Linie Sachsens, die bis 1547 drei Kurfürsten gestellt hatte. Von da an waren die Ernestiner allerdings "nur noch" Herzöge, dennoch blieb der Name Kurfürstenbibel bestehen.

 

   Nach Weimar, dem Wohnort des Herzogs von Sachsen, wird diese Bibel auch als „Weimarer Bibelwerk“ oder nach dem Stammbaum der Kurfürsten und Herzöge auch als das „Ernestinische Bibelwerk“ bezeichnet. Die Kurfürstenbibel hat keine Bilder im Bibeltext, sondern zahlreiche erklärende ganzseitige Kupferstiche und Zwischentitelblätter, die den Inhalt illustrieren sollen. Die Erstausgabe dieser teuren und wuchtigen Bibel erschien 1641. Bis zum Jahr 1768 sollen 13 weitere Auflagen – in immer wieder geänderter Aufmachung - folgen. Ursprünglich sollte diese Bibel im Sternenverlag in Lüneburg erscheinen, doch dann bekam die Endter-Druckerei den Zuschlag.

 

 

 

Wenn Sie mehr wissen wollen ...

 

Die Bibelsammlung der Württembergischen Landesbibliothek ist wohl weltweit die einzige Bibliothek, die alle Kurfürsten- und Dilherr-Bibeln besitzt. Weitere Informationen zu der Geschichte der Endter-Bibeln finden Sie auf der Webseite der Bibelsammlung der Württembergischen Landesbibliothek.