Kopfbild

Erasmus und das bessere Bild Christi

Stich nach Albrecht Dürer aus einem Sammelband mit Schriften von Erasmus aus dem Jahr 1668 aus der Sammlung der Bibelausstellung Sylt. Der Kupferstich auf Papier wurde nachträglich in den Band eingeklebt und scheint aus dem 19. Jh. zu stammen.
 

Erasmus von Rotterdam (1469-1536)

Das bessere Bild Christi

 

Das gestochenem Porträt-Frontispiz stammt von Albrecht Dürer aus dem Jahr 1526 und zeigt Erasmus an einem Pult beim Verfassen seiner Schriften. 1520/21 hat Dürer diesen Stich nach einem gemeinsamen Treffen mit Erasmus erstellt. Erst 1526 wurde der Kupferstich fertig gestellt. Er darf heute heute als eines der populärsten Porträts des Humanisten gelten.

Das Original befindet sich im Kupferstichkabinett im Kunstmuseum Basel.

 

 

 

Auf Griechisch steht:

ΤΗΝ ΚΡΕΙΤΤΩ ΤΑ ΣΥΓΓΡΑΜΜΑΤΑ ΔΕΙΞΕΙ.

[Tēn kreittō ta syngrammata deixei.]

 

Deutsch:

"Das bessere werden die Schriften zeigen."

im Sinne von:

"Das bessere Bild werden die Schriften zeigen."

 

 

"Du erweist also einem grob in Stein oder Holz gehauenen oder mit Farben gepinselten Abbild des Antlitzes Christi Ehre. Viel frömmer wäre es, das Bild seines Geistes zu ehren, das durch den Heiligen Geist in den Schriften des Evangeliums wiedergegeben ist. Kein Apelles* bildet so mit dem Pinsel die Züge und die Gestalt des Körpers nach, wie uns in der Rede eines jeden das Bild seines Geistes entgegenleuchtet, zumal bei Christus. Da er die höchste Wahrheit ist, kann es keine Unähnlichkeit zwischen dem Urbild des göttlichen Herzens und dem davon hergeleiteten Bild der Rede geben. … Du glaubst, es sei das Grösste, dass du zu Hause ein Stücklein des Kreuzes besitzest. Doch das ist nichts im Vergleich dazu, dass du das Geheimnis des Kreuzes in dir trägst."

 

* Apelles gilt als einer der berühm­teste Maler der Antike

 

Erasmus wollte, dass alle die Bibel lesen können und zwar in ihrer eigenen Sprache: "Christus wollte seine Geheimnisse überall verbreitet wissen. Ich wünschte, dass alle Frauen das Evangelium und auch die paulinischen Briefe lesen würden."