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Dilherr-Bibel

Nach den großen Zerstörungen des 30-jährigen Krieges (1618–1648) und des Pfälzischen Erbfolge krieges (1688–1697) mussten die Gemeinden neu mit Bibeln ausgestattet werden.24 In dieser Zeit hatten sich neben Frankfurt und Straßburg besonders Nürnberg und Basel zu großen Zentren des Bibeldrucks entwickelt. In Nürnberg waren es vor allem die Endter-Bibeln, bezeichnet nach der Drucker familie Endter, die seit 1640 massenhaft hergestellt wurden. Unterschiedliche Ausgaben dieser Luther-Bibel erreichten große Verbreitung unter den lutherischen Gemeinden.25 Sie waren versehen mit Luthers Vorreden, allerlei Zusammenfassungen, Tafeln und Kartenmaterial. Viele Holzschnitte, in späteren Ausgaben Kupferstiche, illustrieren die Bibeln. Der Lutheraner und Nürnberger Pfarrer Johann Michael Dilherr (1609–1669) schrieb eine Einleitung zur Endter-Bibel, die deswegen seit 1654 auch Dilherr-Bibel genannt wird. Sie ist heute die am häufigsten überlieferte unter den Bibeln aus dem 17. und 18. Jahrhundert und in vielen pfäl zischen Gemeinden zu finden. Abgenutzte Exemplare wurden von Gemeinden weiterverkauft und so zu Familien bibeln.