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Die Nazi-"Bibel" - schlimmer geht's nimmer!

Jesus darf kein Jude sein! Die „entjudete“ Bibel

 

Die Nazi-Testamente

Jesus darf KEIN Jude sein!

Die „entjudete“ NS-Bibel

 

 

Wie Jesus zum Arier wurde ...

Ausgestellt ist die handliche Taschenbuchausgabe der "NS-Bibel" für die Soldaten an der Front, „Die Botschaft Gottes“ von 1940. Sie hat den Untertitel: „Jesus der Heiland – Die Jesus-Überlieferung der ersten drei Evangelien.“ Dieses Buch kostete nur 30 Pfennige und soll in einer Auflage von 200.000 Exemplaren erschienen sein. Allerdings kann man diese Aussage historisch nicht überprüfen. Die kriegsbedingte Papierknappheit verhinderte zum Glück weitere Nachdrucke dieser "Nazi-Bibel".

 

1945 wurde Die Botschaft Gottes auf die Liste der verbotenen Bücher gesetzt. Laut Wikipedia sei eine Verwendung in Gottesdiensten aber auch noch in den 1950er Jahren belegbar.

 

Natürlich fehlt die jüdische Bibel, das Alte Testament in der Vollausgabe der "Nazi-Bibel" komplett. Und auch eine Aussage wie aus Joh. 4,22: "Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen, denn das Heil kommt aus den Juden" wird man vergeblich suchen.

 

 

Diese ausgezeichneten Aufsätze zu der "Nazi-Bibel" sollte man gelesen haben:

 

Hans Prolingheuer: Das kirchliche „Entjudungsinstitut“ 1939 bis 1945 in der Lutherstadt Eisenach.

 

Franz-Karl Nieder: Eine Theologie des Judenhasses. Das Eisenacher Entjudungsinstitut und die „entjudete“ Bibel.

 

 

Textauszug aus dem Aufsatz von Franz-Karl Nieder:

 

„Auseinandersetzung zwischen Deutschtum und jüdischer Überfremdung“


Dem Nachwort der NS-Bibel zu Folge ist das überlieferte Jesus-Bild von Anfang an „von Legenden überhöht und von Unstimmigkeiten verunstaltet“ worden; es gehe nunmehr um die geschichtsnotwendige Auseinandersetzung zwischen Deutschtum und jüdischer Überfremdung“. Alle Stellen in der christlichen Bibel, aus denen abzuleiten ist, dass Jesus Jude war, werden in der „entjudeten Bibel“ nicht gebracht. Auf Grund des so veränderten Textes konnten dann Theologen hingehen und behaupten, Jesus sei ein Galiläer, kein Jude: „Wenn die galiläische Herkunft Jesu unbezweifelbar ist, so folgt … daraus, daß er mit größter Wahrscheinlichkeit kein Jude gewesen ist, vielmehr völkisch einer der in Galiläa vorhandenen Strömungen angehört hat.“

 

Hier einige Beispiele über den selbstherrlichen Umgang mit dem Neuen Testament:


Jesus, der Sohn Davids – Maria, eine Jüdin


Lukas berichtet: „So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlechte Davids.“ (Lk 2,1) Da die nationalsozialistische Bibel aber nachweisen wollte, dass Jesus kein Jude ist, musste diese Stelle geändert werden: „“Da machte sich auch Joseph aus Galiläa von der Stadt Nazareth auf nach Bethlehem, dass er sich schätzen ließe, mit Maria, seiner lieben Frau. Die war gutes Hoffnung.“


Matthäus und Lukas wollten darlegen, dass Jesus Jude ist; nach Mt 1,1-17 stammte Jesus aus dem Stamm Davids. Nach Lk 2,21 f. wurde Jesus am achten Tag beschnitten; Maria unterzog sich am 40. Tag der vom Gesetz vorgeschriebenen Reinigung. All diese Einbindungen in das Judentum verschweigt „Die Botschaft Gottes“. Keine Berufung auf das Gesetz des Mose.


Bei der Heilung des Aussätzigen berichten die Synoptiker (Mt 8,4; Mk 1,44; Lk 5,14) übereinstimmend vom Auftrag Jesu an den Geheilten: „Bring das Reinigungsopfer, dass Mose angeordnet hat.“ Die Berufung auf Mose bringt „Die Botschaft Gottes“ nicht.


„Wie beim Propheten geschrieben steht.“ Matthäus bringt für seine Zielgruppe, die Judenchristen, immer wieder den Hinweis: „wie es beim Propheten geschrieben steht“ oder „So sollte sich das Schriftwort erfüllen" (z. B. Mt 2,15).

 

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Die fürchterliche Naziveröffentlichung dazu:

Erich Fromm, Das Volkstestament der Deutschen : ein Geleitwort zu der vom "Institut zur Erforschung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche leben" herausgegebenen "Botschaft Gottes"

 

Die Botschaft Gottes (Komplettausgabe) im Digitalsat

 

Die einfache Taschenbuchausgabe (identisch mit dem Ausstellungsexponat) im Digitalsat

 

Bericht zur Ausstellung im Lutherhaus Eisenach - Die unrühmliche Geschichte des kirchlichen "Entjudungsinstituts"

 

Besuchen Sie die Ausstellung in Eisenach noch bis 22.12.2022

Flyer zur Ausstellung im Lutherhaus Eisenach

 

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Ein ganz besonderes herzliches Dankeschön geht an Gabriel Dannat (Buchholz), der die seltene Ausgabe der "NS-Bibel" der Bibelausstellung stiftete. Wer in der Umgebung von Hamburg ist, kann anfragen, ob er das BIBELZIMMER - ein tolles kleines Bibelmuseum - von Herrn Dannat einmal besuchen kann.