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1596 - Feyerabend-Bibel aus Frankfurt

 

Feyerabend-Bibel

Frankfurt 1596

'Biblia, Das ist die ganze heylige Schrifft Teutsch.

Diese Bibel von 1596 ist eine bedeutende, prachtvoll illustrierte Bibelausgabe aus der Spätphase des Hauses Feyerabend in Frankfurt am Main. Sie führt die Tradition der berühmten Frankfurter „Feyerabend-Bibeln“ fort, die für ihre außergewöhnliche typografische Qualität und ihren reichen Bilderschmuck bekannt waren.

 

Da der Verlagsgründer Sigmund Feyerabend bereits 1590 verstorben war, wurde diese Ausgabe von seinen Erben bzw. seinem Nachfolger Johannes Feyerabend in Frankfurt gedruckt und verlegt.

 

Diese Bibel war eine Prachtbibel für Kirchen aber auch reiche Bürger. Das ausgestellte Exemplar ist durchgehend koloriert. So etwas dauerte mehre Monate und dies konnten sich damals nur sehr reiche Bürger leisten.


 

Es handelt es sich um den 10. Druck (bzw. die 10. Großauflage) der Reihe der großen Frankfurter Luther-Bibeln im Folio-Format.

Diese Ausgabe hat eine ganz besondere Stellung im Stammbaum des Verlags:

  • Der Drucker: Da der Verlagsgründer Sigmund Feyerabend bereits 1590 verstorben war, wurde dieser 10. Druck von seinem Vetter Johann Feyerabend für „Sigmund Feyerabends Erben“ fertiggestellt.
  • Die Ausstattung: Sie ist in 4 Teile unterteilt und enthält viermal den identischen Titelholzschnitt sowie die berühmte Druckermarke des Künstlers Jost Amman. Da Jost Amman 1591 verstarb, wurde hier sein bestehender, meisterhafter Holzschnitt-Stock aus den früheren Auflagen weiterverwendet.

KI meint:

Das hier gezeigte Exemplar zeugt von der gängigen Praxis, Druckstöcke über Jahrzehnte und Werkstätten hinweg wiederzuverwenden. So basiert der Bildschmuck auf Zeichnungen von Johann Melchior Bocksberger, die bereits ab 1564 von Jost Amman gestochen wurden. Eine bibliophile Besonderheit dieser Spätlese ist die diskrete, kaum bekannte Mitwirkung von Tobias Stimmer(berühmt für die Ausmalung der astronomischen Uhr in Straßburg): Sein Monogramm verbirgt sich in drei der Stiche, zudem dienten seine Entwürfe als Vorlagen für weitere Tafeln.

Ganz im Sinne des reformatorischen Bildungsauftrags folgte die Gestaltung dem Credo des Druckers Sigmund Feyerabend aus dem Jahr 1564: Es sollten „schöne und kunstreiche“ Illustrationen geboten werden, „damit die Geschichten noch lebendiger und vorstellbarer werden und man sie besser verstehen kann“.

 

Titel:

Biblia || Das ist:|| Die gantze Heylige Schrifft/|| Teutsch.|| Doct. Mart. Luth.|| Jetzundt von neuwen/ nach der letzten Edition/ so || D. Mart. Luth. vor seinem End selbst durchlesen ... || corrigiert: Vnd mit n#[ue]tzlichen Summarien/ vber alle || Capitel/ durch den Ehrwirdigen Herrn Petrum Patienten/ D. vnd der || Churf. Pfalz/ #[et]c. General Superintendenten/ zugericht: Sampt || zwey neuwen ... Registern ... ||
Gedruckt zu Franckfort am Mayn/ bey Jon. Feyerabend.|| ANNO M.D.XCVI.|| (Jn verlegung Peter Fischers seligen Erben.||)
Frankfurt/Main: Feyerabend, Johann ; Frankfurt/Main: Fischer, Peter (Erben), 1596

 

VD16 B 2825

 

Sammlung RG 9/26