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Neues Testament von Hieronymus Emser 1539

5. Auflage aus Freiburg

 

Das new Testament

so durch den hochgelerten Hieronymum Emser seligen verteutscht, vnder des durchleuchtigen, hochgebornen Fürsten vnd Herrn, Herrn Georgen Hertzogen zu Sachssen etc. Regiment außgegangen ist

 

gedruckt in Freiburg/Breisgau, 1539

durch Johannem Fabrum Juliacensem

 

 

Fünfte Ausgabe des Neuen Testaments von Hieronymus Emser von 1539

 

Hier können Sie die Ausgabe digital --> durchblättern

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Besitzvermerk:

 

Pro Conventu Bolz. F. F. Min. Franciscanorum

Es handelt sich also wohl um einen Band aus der Bibliothek des Franziskanerklosters in Bozen.

(freundiche Auskunft von Anne-Katrin Ziesak, Leitung Museen Wittenberg)

 

Die Druckgeschichte von Emsers katholischer Übersetzung gliedert sich wie folgt:

  • 1. Auflage: 1527 (Dresden)
  • 2. Auflage: 1528 (Leipzig)
  • 3. Auflage: 1535 (Freiburg i. Br.)
  • 4. Auflage: 1536 (Freiburg i. Br.)
  • 5. Auflage: 1539 (Freiburg i. Br.)
  •  

Besitzende Bibliotheken 

·  Bayerische Staatsbibliothek München

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·  Bretten, Bibliothek des Melanchthonhauses Bretten

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·  Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek

·  Wien, Österreichische Nationalbibliothek

 

VD16 B 4424

 

Auktion 26 Px0x

 

VD 16 E 1095. IA 160.219. - Nicht im STC und bei Adams

 

 

email v. 27.7.26

Es handelt sich also wohl um einen Band aus der Bibliothek des Franziskanerklosters in Bozen. Die handschriftliche Notiz am Ende stammt nicht von Martin Luther. Es ist nicht seine Schrift und es passt inhaltlich nicht zu Luther, denn, wenn ich das richtig lese, sieht der Autor das Weltenende in 400 Jahren kommen. Luther war davon überzeugt, dass der Weltuntergang unmittelbar bevorsteht.

 

Ich hätte die Schrift als frühneuzeitlich, aber nicht mehr lutherzeitlich eingeordnet. Da in der Notiz sehr düster vom Zustand der Welt, Elend und Not die Rede ist, würde das 17. Jahrhundert (Dreißigjähriger Krieg) vielleicht passen. Dann hätte der Schreiber Luther eine Art Prophezeiung in den Mund gelegt. Die Sprache finde ich etwas seltsam, sehr altertümelnd. Auch die Betonung von "Deutschland" erscheint mir für das 17. Jahrhundert nicht überzeugend . Aber das sind alles vage Wahrnehmungen.

 

Ich habe auch die KI befragt und ihre Fotos hochgeladen. Die KI vermutet den Schreiber Mitte des 20. Jahrhunderts, und sieht Schrift und Sprache als künstlich barockisiert. Folgt man der KI, würde sich die angebliche Prophezeiung Luthers auf den 2. Weltkrieg beziehen und seine Voraussage aus dem Jahr 1545, in 400 Jahren würde die Welt untergehen, auf das Jahr 1945.  Auch das ist ein interessanter Denkanstoß.

 

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Überlegungen ein wenig weiterhelfen, auch wenn ich mehr Rätsel aufgeworfen als gelöst habe.

 

Mit freundlichen Grüßen

Anne-Katrin Ziesak

 

Anne-Katrin Ziesak     

Leitung Museen Wittenberg