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Vortragsstermine - Multimediavorträge von Alexander Schick

WESTERLAND / SYLT - "Das Katharinenkloster auf dem Sinai - Weltkulturerbe und älteste Bibliothek der Welt"

25.04.2024

 


"Das Katharinenkloster auf dem Sinai - Weltkulturerbe und älteste Bibliothek der Welt"

Westerland / Sylt

Donnerstag 25.4.24



Treff:
Raum Nordsee auf der obersten Kurpromenade  Westerland
Eintritt 10.- € / Karten nur an der Abendkasse ab 19.10 Uhr

 

Das Katharinenkloster auf dem Sinai - Weltkulturerbe und älteste Bibliothek der Welt

Vortrag mit Alexander Schick über den Bibeljäger Konstantin von Tischendorf

 

 

Eines der größten Schätze des UNESCO-Weltkulturerbe ist der Öffentlichkeit kaum bekannt: Das Katharinenkloster auf der Sinaihalbinsel, 210 Kilometer nördlich von den bekannten Urlaubsort Sharm el Sheikh am Roten Meer in völliger Einsamkeit gelegen. Der Sylter Bibelexperte Alexander Schick stellt dieses Juwel des Orients in seinem neuen Multimediavortrag mit über 350 Bildern am Donnerstag 25.4. vor.

Bereits seit dem 3. Jahrhundert n. Chr. lebten Mönche am Fuße des Djebel Musa, dem Moseberges, dem Ort, der traditionell mit der Gottesoffenbarung auf dem Berg Sinai und der Bekanntmachung der 10 Gebote an Mose verbunden wird. Zum Schutz der Mönche ließ der byzantinische Kaiser Justinian I. im 6. Jahrhundert ein gewaltiges, festungsartiges Kloster errichten. Das Katharinenkloster ist das bis heute älteste bewohnte Gotteshaus der Welt. Hunderte Klöster in Ägypten wurden während der islamischen Stürme zerstört, doch die entlegene Lage auf dem Sinai bewahrte das Katharinenkloster vor diesem Schicksal. Heute leben hier 25 griechisch-orthodoxe Mönche, die einige der größten Schätze der Christenheit bewahren, darunter uralte Ikonen von Christus, den Aposteln Lukas und Petrus. Die Fresken des Klosters gelten als einzigartig und die prächtig geschnitzten Holztüren der Klosterkirche tun ihren täglichen Dienst seit über 1500 Jahren! Die Mauern des Katharinenklosters bergen Kunstschätze, deren Wert nicht zu beziffern ist. Einzigartig ist auch die Sammlung der Klosterbibliothek – sie gilt als die bedeutendste nach der Vatikan-Bibliothek - mit Bibelhandschriften ab dem 4. Jh. und seltensten Drucken. Im 19. Jahrhundert entdeckte hier der deutsche Bibelforscher und Leipziger Universitätsprofessor Konstantin von Tischendorf eine komplette griechische Bibelhandschrift, die älteste der Welt von ca. 350 n.Chr., der heute weltberühmte Codex Sinaiticus. Diese Bibel schenkten die Mönche durch Vermittlung von Tischendorf dem russischen Zaren. Unter Stalin wurde die Sinaibibel 1933 an das Britische Museum verkauft. Ihr damaliger Wert betrug umgerechnet zwölf Rolls-Royce. Diese Bibelhandschrift ist einer der wichtigsten Belege, der zeigt, dass das Neue Testament unverfälscht auf uns gekommen ist.

Alexander Schick hat den Nachlass des heute meist unbekannten Bibelforschers Konstantin von Tischendorf im Original jahrelang bearbeitet.  Wiederholt besuchte er dabei das Katharinenkloster. Seit über 20 Jahren ist er ein dort gern gesehener Gast und mit dem Bibliothekar Father Justin verbindet ihn die Liebe zu alten Bibeln. Schick hat sogar Zugang auch zu den sonst nicht öffentlichen Teilen der Klosteranlage. In seinem Vortrag stellt Schick die wechselvolle Geschichte der Klosters, seine unglaublichen Schätze und die Bedeutung für die Bibelforschung in allgemeinverständlicher Weise vor. In den letzten Jahren wurde der wertvolle Bestand der Klosterbibliothek digitalisiert und im Vortrag wird gezeigt, welche enormen Entdeckungen dabei gemacht wurden. Mit faszinierenden Fotos führt Schick nicht nur durch die Klosteranlage sondern auch durch die Sinaiwüstenlandschaft. Atemberauben ist der Aufstieg auf den Moseberg und der farbenprächtige Sonnenaufgang über dem Sinaigebirge.

Die virtuelle Reise in den Sinai und zum ältesten Kloster der Welt präsentiert Alexander Schick am Donnerstag 25.4.24 um 19.30 Uhr im Raum Nordsee auf der oberen Kurpromenade. Karten gibt es nur an der Abendkasse ab 19.15 Uhr.

 

Diesen November leitet das Ehepaar Schick eine biblisch-archäologische Studienreise durch Ägypten von Kairo über Luxor bis zum Katharinenkloster, wo die Reisegruppe drei Tage VIP-Gäste des Klosters sein werden. Die „schicke“ Gruppe bekommt Sonderführungen durch das Kloster und darf die Schätze der Bibliothek bestaunen. Infos beim Vortrag oder unter Reiseinfos --> HIER

 

 

 

Aus Anlass des 200. Geburtstag von Konstantin von Tischendorf

erschien eine Tischendorfbiografie von dem Sylter Bibelfachmann Alexander Schick

 

Vor über 200 Jahren wurde der Bibelforscher Konstantin von Tischendorf (1815-1879) im kleinen vogtländischen Ort Lengenfeld (Sachsen) geboren. Sein weltweiter Ruhm ist vor allem mit der Entdeckung des Codex Sinaiticus, der ältesten vollständigen griechischen Bibelhandschrift aus dem 4. Jh. n.Chr., verbunden. Diese antike Handschrift hatte er 1844 und 1859 in der Bibliothek des Katharinenklosters im Sinai entdeckt. Zeit seines Lebens war Tischendorf neun Jahre auf wissenschaftlichen Reisen, um alte Bibelhandschriften aufzuspüren und abzuschreiben. Es gab noch keine Fotografie oder Kopiergeräte und so hat er ca. 50 mal die ganze Bibel auf lateinisch bzw. griechisch abgeschrieben und für seine griechischen Texteditionen genutzt. 27 Ausgaben des griechischen Neuen Testaments hat er herausgebracht. Der heutige Nestle/Aland ist eine Fortführung seiner unglaublichen Arbeit. Für seine wissenschaftlichen Verdienste wurde er vom russischen Zaren geadelt.

 

Die Geburtsstadt Lengenfeld hatte zum 200. Geburtstag von Tischendorf im Januar 2015 ein großes Festprogramm erstellt und als Hauptredner den Bibelexperten Alexander Schick (Sylt) eingeladen, der es verstand, bei seinen Vorträgen und Führungen durch die Tischendorf-Bibelausstellung die Menschen in den Bann zu ziehen. Schick besitzt neben der Tischendorffamilie die größte Privatsammlung zum Wirken des Forschers und stellte diese in einer Festausstellung der Stadt Lengenfeld zur Verfügung. Über 2600 Besucher strömten in die Ausstellung und waren begeistert.

 

Die Biografie des Leipziger Professors mit dem Titel "Tischendorf und die älteste Bibel der Welt", die Alexander Schick mit bisher unbekannten historischen Dokumenten aus dem Nachlass der Familie und der Universitätsbibliothek Leipzig erstellte, war in kürzester Zeit vergriffen und liegt inzwischen in 3. Auflage vor. Mit neu aufgefunden Dokumenten belegt Alexander Schick, dass alle Vorwürfe, Tischendorf habe die Handschrift aus dem Kloster gestohlen, falsch sind. Die Mönche haben 1869 die Bibel an den russischen Zaren geschenkt und 1933 hat sie Josef Stalin nach England verkauft. 1975 und 2009 wurden weitere Blätter der Sinaibibel im Katharinenkloster entdeckt. Heute wird die unbezahlbare Bibel in Leipzig (43 Blätter), St. Petersburg (8 Blätter), London (347 Blätter) und im Katharinenkloster (18 Blätter) aufbewahrt. Seit 2009 kann den Codex virtuell vereint im Internet eingesehen werden: www.codexsinaiticus.org/de/

 

Das Buch von Alexander Schick "Tischendorf und die älteste Bibel der Welt" kostet 19,95 €, 204 Seiten, 90 Fotos

ISBN 978-3-935707-80-0, Jota-Publikationen Hammerbrücke